Wieso deine Google Analytics Daten falsch sind und was du dagegen tun kannst

Referrer Spam entdecken und entfernen - Artikelbild
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Deine Daten in Google Analytics sind falsch. Vielleicht hast du es schon gemerkt, vielleicht auch nicht. Viele der angezeigten Zugriffe sind nicht von echten Nutzern durchgeführt worden und verfälschen deine Berichte…

Die Besuchszeiten auf deinem Blog sinken auf gerade mal eine Sekunde, die Zugriffszahlen steigen um mehrere tausend Zugriffe. Dies sind klare Zeichen für sogenannten Referrer Spam oder auch Link Spam genannt.

Hier findest du eine Schritt für Schritt Anleitung zur Beseitigung des Referrer Spams von deinem Blog.

Referrer Spam

Einige sehr „schlaue“ Suchmaschinenoptimierer haben die Idee entwickelt, über automatisierte Websitezugriffe durch Bots an Links für ihre Websites zu kommen. Dies funktioniert in der Theorie über Logfiles, die von manchen Websites regelmäßig veröffentlicht werden.

In der Praxis führt dies selbstverständlich nicht zum Erfolg, da Google und Webmaster diesen Trick selbstverständlich durchschauen und Gegenmaßnahmen ergreifen.

Du hast Google Analytics noch gar nicht in deinem Blog eingerichtet? Wie das geht, erfährst du in meinem Grundlagenartikel „Wie du in WordPress Google Analytics einrichtest„.

Entdecken von Referrer Spam

Referrer Spam in Google Analytics entdecken

Referrer Spam mithilfe der Hostnamen in Google Analytics entdecken

Es gibt eine einfache Möglichkeit diese unerwünschten Zugriffe zu erkennen, deine Berichte zu bereinigen und endlich wieder mit aussagekräftigen Daten arbeiten zu können.

Logge dich in deinen Google Analytics Account ein, klicke in der Kategorie Zielgruppe auf Technologie und anschließend auf Anbieter. Hier musst du die primäre Dimension auf Hostname setzen, um im Anschluss sehen zu können, auf welchen Seiten dein Google Analytics Code greift und Daten in deine Übersicht sendet.

Hier wirst du nun deine Domain und Subdomains sehen, möglicherweise mit und ohne www. davor, oder auch andere Seiten auf denen du die Dienste von Google Analytics nutzt. Alle Hostnamen, welche du nicht kennst, auch (Not set) oder sogar google.com sind Daten aus Referrer Spam und verunreinigen somit die Statistiken deines Blogs.

Ausschließen des Referrer Spams via Google Analytics

Referrer Spam ausschließen mit neuem Segment in Google Analytics

Erstelle ein neues Segment um den Referrer Spam auszuschließen

Das Ausschließen des Referrer Spams erfolgt über das recht einfache Anlegen eines neuen Segments bei Google Analytics.

Klicke auf +Segment hinzufügen oberhalb des blauen Graphen und mit einem weiteren Klick auf + Neues Segment kommst du zu dem Formular, über welches du nun deine Einstellungen treffen kannst.

Gib jetzt zuerst einen Segmentnamen ein, um dieses Segment später auch wieder zu erkennen. Nun wählst du unter Erweitert den Punkt Bedingungen aus, wählst Einschließen und Hostname aus und gibst nachdem du auf enthält umgestellt hast, in dem Feld dahinter die erste der soeben recherchierten URLs ein, welche zu dir gehört. Du beginnst beispielsweise mit deiner Domain mit dem www. davor.

Als nächstes klickst du auf oder hinter diesem Feld und gibst in das nächste Feld die nächste URL ein. Am besten deine Domain ohne www.

Die Domain musst du mit und ohne www. eingeben, da beide als einzelne, separate Domains zählen.

Zack, schon ist dein neues Segment fertig und wird mit einem Klick auf speichern für die zukünftige Verwendung gespeichert.

Google Analytics Segment aktivieren und Referrer Spam ausschließen

Aktiviere dein neues Segment und deine Daten sind vom Referrer Spam befreit

Nun wechselst du wieder in deine Berichte und wählst im oberen Teil der Seite, wo normalerweise Alle Sitzungen als Segment hinterlegt sind unter + Segment hinzufügen, Benutzerdefinierte dein neues Segment aus und aktivierst es mithilfe eines Klicks auf Anwenden.

Ausschließen mit Hilfe der .htaccess

Wenn du schon länger nach einer Lösung für den Referrer Spam gesucht hast, dann bist du bestimmt schon auf die Lösung mit der .htaccess Datei gestoßen.

Hierbei wird einem von vielen Seiten geraten, in der .htaccess Datei einen meist sehr langen Text einzugeben. Dadurch sollen die einzelnen Quellen des Referrer Spams blockiert werden.

Das funktioniert in der Theorie auch sehr gut. In der Praxis musst du aber regelmäßig neue Quellen hinzufügen und somit ausschließen. Dadurch kann diese Liste mal ganz schnell auf mehrere 100 Zeilen wachsen. Im schlechtesten Fall verlangsamt sich dein Blog dadurch. Außerdem kannst du mit dieser Variante auch nie alle Quellen des Spams ausschließen und hast nach wie vor keine sauberen Daten mit denen du arbeiten kannst.

Ich empfehle dir, auf jeden Fall die oben vorgestellte Variante der Filterung in Google Analytics zu verwenden. Damit hast du auf jeden Fall saubere Daten!

Kurzanleitung zum Ausschließen des Referrer Spams

  1. Finde unter Zielgruppe, Technologie, Anbieter mit der primären Dimension Hostname die Seiten heraus, auf denen dein Google Analytics Code hinterlegt ist
  2. Füge ein neues Segment auf +Segment hinzufügen, mit der Einstellung Bedingungen -> Hostname -> enthält hinzu.
  3. Fülle das Feld dahinter mit deinen, jeweils mit einer Pipe getrennten, URLs
  4. Speichere das Segment
  5. Wähle im oberen Teil der Seite + Segment hinzufügen und aktiviere dein Segment unter Benutzerdefinierte mithilfe eines Klicks auf Anwenden

 

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Jonas Tietgen

Jonas ist leidenschaftlicher Blogger und Gründer von wp-ninjas.de. Wenn er nicht gerade an seinem eigenen Blog arbeitet oder anderen Bloggern hilft, echte WordPress Ninjas zu werden, verbringt er seine Zeit mit Basketball und Tennis - egal ob zuschauen oder selber spielen.

20 Kommentare

  1. Marta   •  

    Toller Beitrag! Danke! Habs gleich umgesetzt und bin schon gespannt wie die Zahlen jetzt aussehen werden 😀

    liebe Grüße aus Wien

    • Jonas Tietgen Jonas Tietgen   •     Autor

      Hi Marta,

      sehr gerne 🙂
      Hat sich bei dir viel geändert an deinen Werten?

      Grüße
      Jonas

  2. Ronny   •  

    Hi Jonas. Der Artikel ist interessant. Noch besser gefällt mir aber der kleiner Layer, der beim runterscrollen auf ähnliche Artikel aufmerksam macht. Ist das ein Plugin?

    LG

    • Jonas Tietgen Jonas Tietgen   •     Autor

      Hi Ronny,

      die vier ähnlichen Artikel werden durch das kostenlose Plugin „Contextual Related Posts“ angezeigt 🙂

      Grüße
      Jonas

  3. Martin   •  

    Hi Jonas,
    wenn ich auf Hostname gehe, erscheint nur die eigene URL, keine einzige andere!
    Unter Internetanbieter tauchen dann so aber Sachen wie „(not set)“ auf. Ich bin leicht verwirrt…
    Und wenn ich es dann aber als Segment anlege und die eigene URL als ausschließlichen Hostnamen ausgewählt habe, hat er keine daten mehr, alles Null… mysterious …

    Gruss
    Martin

    • Jonas Tietgen Jonas Tietgen   •     Autor

      Hi Martin,

      also wenn kein weiterer Hostname außer deinem eigenen erscheint, bist du (noch) nicht von Referrer Spam betroffen. Das heißt dann, dass deine Statistiken mit hoher Wahrscheinlichkeit wirklich nur deine Leser erfassen, super 🙂

      Du kannst das ganze allerdings trotzdem anlegen, um sicherzugehen. Früher oder später erwischt es jeden 😉

      Klingt merkwürdig, hast du darauf geachtet, bei Bedingungen „Einschließen“ zu wählen?

      Grüße
      Jonas

  4. Thomas Hofmann   •  

    Hallo Jonas,
    habe dich über den affenclan gefunden.
    Bin begeistert von dieser klaren und kompakten Anleitung. Habe ich auch sofort umgesetzt.
    Die jetzt gezeigten Zahlen sind natürlich niedriger…

    Dickes Dankeschön für dieses script!

    Liebe Grüße
    Thomas Hofmann – Der LRS-Profi

    • Jonas Tietgen Jonas Tietgen   •     Autor

      Hey Thomas,

      Freut mich, dass dir dieser Artikel geholfen hat.
      Ja, zu Beginn ist es etwas ernüchternd. Aber lieber mit richtigen Daten arbeiten als sich über falsche zu freuen 🙂

      Grüße
      Jonas

  5. Diana   •  

    Hallo Jonas,
    erstmal vielen Dank für die tolle Anleitung und Erklärung. 🙂
    Bei mir tritt allerdings ein ähnliches Problem wie bei Martin auf: Wenn ich beim Anlegen eines neuen Segments meine urls angebe, dann bekomme ich keine Daten mehr. Es wird auf Null gefiltert sozusagen. Das passiert jedoch erst, wenn ich die url ohne www mit Pipe hinzufüge. Gebe ich nur die url mit www ein (so wie sie mir GA auch anbietet), dann steht rechts in der Zusammenfassung immerhin „96% der Nutzer“. Weißt du, woran das liegen kann? Sollte ich die url ohne www einfach außen vor lassen?
    Danke für deine Mühe!

    Beste Grüße

    • Jonas Tietgen Jonas Tietgen   •     Autor

      Hi Diana,

      danke für den Hinweis. Die Pipe scheint eine veraltete Variante zu sein, die nun nur noch funktioniert, wenn sie bereits zu früheren Zeiten eingegeben wurde, als das noch funktionierte.

      Trage doch bitte die beiden URLs in verschiedene Felder ein und aktiviere „oder“. Dann wird es funktionieren.
      Ich bin leider gerade im
      Urlaub, werde aber in ein paar Tagen die Anleitung überarbeiten und mit aktuellen Screenshots versehen.

      Grüße
      Jonas

      • Diana   •  

        Hey Jonas,
        danke für die Antwort. Ich hab’s jetzt so umgesetzt, wie du es beschreibst und es scheint nun zu funktionieren. Vielen Dank. 🙂
        Und noch einen schönen Urlaub!

        Beste Grüße
        Diana

        • Jonas Tietgen Jonas Tietgen   •     Autor

          Hey Diana,

          super, das freut mich. Ich werde gleich mal den Artikel aktualisieren 🙂

          Danke dir und viele Grüße
          Jonas

  6. Birgit Schultz   •  

    Hallo Jonas, herzlichen Dank für den gut strukturierten und einfach nachzuvollziehenden Artikel. Ich hatte vorher auch nur die Lösungen über .htaccess gelesen und war davon so abgeschreckt, dass ich das seit einem Vierteljahr geschoben habe. Für meine Website http://www.rat-und-tat-marketing.de habe ich das jetzt schon eingerichtet. Für http://www.marketing-zauber.de mache ich das direkt zum Launch am Montag!

    Beste Grüße
    Birgit

    PS: Schau mal unter Deinen „Kommentar abschicken“ Button. Die erste Zeile ist deutsch, die zweite hast Du noch nicht übersetzt („Subscribe to our newsletter“). 🙂

    • Jonas Tietgen Jonas Tietgen   •     Autor

      Hey Birgit,

      sehr gerne, freut mich, dass er dir so gut hilft 🙂
      Stimmt, die .htaccess ist immer ein haariges Thema…

      Viel Erfolg bei deinem Launch!
      Den Fehler habe ich schon in meiner ToDo Liste, wird bald behoben 🙂

      Grüße
      Jonas

  7. Anna   •  

    Hallo Jonas,
    das Thema ging mir schon länger auf den Zeiger, aber ich hatte keine Lösung, trotz Herumfragens. Vielen lieben Dank also für diese Anleitung! 🙂

    Ich hätte da noch eine Frage: lässt sich die Anleitung auch auf Websites von Unternehmen anwenden und nicht nur für Blogs?

    Liebe Grüße
    Anna

    • Jonas Tietgen Jonas Tietgen   •     Autor

      Hey Anna,

      gerne doch 🙂
      Klar, das funktioniert für alle Arten von Websites, solange sie bei Google Analytics eingetragen sind.

      Grüße
      Jonas

  8. Martin Matzat   •  

    Moin Jonas,

    habe das nach unserer gestrigen Sitzung mal in Angriff genommen.
    Habe zwar ein wenig öfter und genauer hingucken müssen, wo genau die einzelnen Menüpunkte waren (Habe zum Beispiel länger gebraucht um „Hostname“ zu finden -> bis ich die alphabetische Sortierung entdeckt hatte), aber im Großen und Ganzen ist das auf den ersten Blick schon klasse.

    Vielen lieben Dank.

    Wenn ich das jedoch richtig schlußfolgere, dann kann man diese „nervigen User“ von dem Besuch der eigenen Seite allerdings nicht ausschließen, oder?
    Ich meine, weil dieses Vorgehen ja die Seite auch abwertet…

    Liebe Grüße
    Martin

    • Jonas Tietgen Jonas Tietgen   •     Autor

      Hey Martin,

      freut mich, dass dir der Artikel geholfen hat.

      Man könnte sie theoretisch über die .htaccess ausschließen, allerdings würde dies viel Arbeit bedeuten und mit der Zeit auch langsamere Ladezeiten.

      Allerdings werten die Besucher dieser Crawler deine Seite nicht ab.

      Grüße
      Jonas

  9. Uli   •  

    Das nenne ich mal eine „Schritt-für-Schritt“- Anleitung. Danke dafür!

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