5 WordPress Mythen – was steht wirklich dahinter?

5 WordPress Mythen – was steht wirklich dahinter?

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Lesezeit: ca. 4 Minuten

Es werden sich im Internet so einige Dinge über WordPress erzählt. Dabei wird viel Halbwissen weiterverbreitet, das immer wieder zu falschen Aussagen über WordPress führt.

Im schlimmsten Fall kann das dazu führen, dass sich neue Blogger gegen die Nutzung von WordPress entscheiden. Im besten Fall werden die WordPress Facebook Gruppen mit Fragen über Unwahrheiten bombardiert.
Um das beides zu verhindern, möchte ich hier einmal mit 5 WordPress Mythen aufräumen, mit denen ich mich immer wieder konfrontiert sehe. An manchen Mythen ist möglicherweise sogar etwas wahres dran… In diesen Artikel fließen besonders meine persönlichen Erfahrungen mit ein aber auch die Erfahrung vieler anderer mit denen ich mich unterhalten habe.

WordPress Seiten haben immer hohe Ladezeiten

An dieser Aussage ist nun wirklich gar nichts dran. Nur weil eine Website auf WordPress basiert, ist sie nicht langsam. Klar, die falsche Nutzung und Konfiguration von WordPress kann auf jeden Fall zu hohen Ladezeiten führen, aber das ist bei jedem System und auch bei selbstprogrammierten Websites der Fall.

Wenn man einmal WordPress installiert und dann das „nackte“ System prüft, kommt man bei einem vernünftigen Hoster auf eine Ladezeit von unter einer Sekunde. Mein Testsystem unter PHP 7.0 erreicht sogar weniger als eine halbe Sekunde Ladezeit.

Um die Ladezeit möglichst gering zu halten solltest du auf folgende Dinge achten:

  • einen guten Hoster und Server
  • die Optimierung der Bilder
  • ein schnelles und schlankes Theme
  • die Optimierung und Reduzierung des Codes
  • die Nutzung eines guten Caching-Plugins
  • die Aktivierung der gZip und deflate Komprimierung

Mehr Infos und eine ausführliche Anleitung, wie du die Ladezeit deines Blogs optimieren kannst findest du in meinem Artikel Vom Trabbi zum Porsche – 7 Tricks, wie du WordPress schneller machen kannst.

Google stuft WordPress Seiten schlechter ein

Ein zweiter Mythos, an dem absolut nichts dran ist. Letztens habe ich erst wieder auf Facebook die Frage gelesen, was man gegen die schlechte Einstufung von WordPress Seiten bei Google machen kann.
Das erste was ich mich dann frage ist: Wieso sollte Google WordPress Websites schlechter im Ranking einstufen? Es laufen mittlerweile mehr als 26% aller Websites mit WordPress (Quelle: W3Techs). Was hätte Google also davon, dem Suchenden Informationen von mehr als einem Viertel des Internets vorzuenthalten?

Es ist also absoluter Quatsch. Ich habe auf keiner meiner vielen WordPress Seiten jemals einen Nachteil im Ranking feststellen können. Zudem habe ich auch noch nie von jemandem gehört, dass er schlechtere Rankings aufgrund von WordPress bemerkt hätte.

WordPress ist unsicher

Bäm, so das ist doch mal eine Aussage!

So, erst mal wieder eine kleine Frage: Wie könnte sich ein unsicheres System, dass häufig gehackt wird zu dem meistgenutzten Content Management Systemen mausern?

Schlüsseln wir das ganze mal nach potenziellen Angriffspunkten auf:

WordPress

Es gibt kein perfektes System und so ist es auch bei WordPress. Allerdings stecken hinter dem CMS viele, sehr gute Programmierer und da WordPress Open Source ist, gibt es auch viele Unterstützter die Sicherheitslücken sehr schnell aufdecken und stopfen.

Klar ist aber auch, dass die Benennung des Admins als „Admin“ und die Nutzung von „1234“ als Passwort alles andere als ideal ist und es Hackern denkbar einfach macht, sich Kontrolle zu verschaffen.

Themes und Plugins

Hier kommen wir nun zu einem Schwachpunkt. Allerdings ist es kein direkter Schwachpunkt von WordPress. Die Plugins und Themes für WordPress kommen nicht von WordPress. Jeder Programmierer kann sich hinsetzen und ein Plugin oder Theme für WordPress entwickeln. Das kann natürlich dazu führen, dass schlechte Programmierer aus Versehen Sicherheitslücken in ihren Produkten übersehen. Allerdings kann das auch mal bei den großen Herstellern passieren. In der Regel werden diese Sicherheitslücken aber sehr schnell wieder geschlossen.

WordPress ist also definitiv kein „unsicheres System“. Es gibt allerdings mögliche Angriffspunkte gegen die man sich aber unter anderem mit den folgenden Tipps absichern kann:

  • Updates für WordPress, Themes und Plugins zeitnah einspielen
  • Zugangsdaten möglichst willkürlich wählen und nicht weitergeben
  • Den Login in öffentlichen Netzwerken vermeiden
  • Möglichst wenig Plugins installieren
  • Ein Sicherheitsplugin installieren
  • Den Anweisungen von Ernesto Ruge folgen

WordPress ist doch nur für Blogs

Puh, diese Aussage ist ja so 2005 😉

Richtig ist, dass WordPress 2003 ursprünglich als Blogsystem erschaffen wurde. Seit diesem Moment sind allerdings 13 Jahre vergangen und WordPress hat sich gewaltig gewandelt. Durch die unglaubliche Anzahl an Themes, Plugins und den Funktionen von WordPress, hat sich das CMS zu einer Allzweckwaffe entwickelt.

Ein System mit dem puren Fokus auf Blogs könnte auch niemals 26% des gesamten Internets ausmachen. WordPress wird für Firmenwebsites, Portfolios, Blogs, Gallerien, Online-Shops und viele weitere Zwecke eingesetzt.

WordPress ist komplett kostenlos

Ja, WordPress an sich ist kostenlos nutzbar. Es ist ein Open Source Projekt, dass sich jeder auf der offiziellen Seite kostenlos herunterladen kann. Man kann sich auch eine komplette Website oder einen Blog zusammenbauen, indem man nur kostenlose Plugins und Themes benutzt.

Die siehst schon, an diesem Mythos ist sogar einiges dran 🙂

Es gibt aber auch Argumente, die gegen diese These sprechen. Beispielsweise gibt es viele, sehr gute aber kostenpflichtige Plugins und Themes für WordPress. Häufig wird zumindest die Investition in ein gutes Theme nötig, wenn man eine professionelle Website oder einen hochwertigen Blog aufbauen möchte.

Kennst du noch weitere „Fakten“ über WordPress, die dir immer wieder begegnen aber du nicht so ganz weißt, was du davon halten sollst? Dann hinterlasse doch einfach einen Kommentar 🙂

5/5 (2 Reviews)

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  1. Guter Artikel! Der größte Schwachpunkt von WordPress ist leider die Sicherheit. Wo die riesen Auswahl an Plugins und Themes und die vielen WordPress Installation ein Vorteil sind, sieht es bei der Sicherheit leider anders aus. Da WordPress so häufig eingesetzt wird, ist es auch ein beliebtes Zeil für Angreifer und Schwachstellen werden sehr schnell aufgedeckt. Zudem sind wie im Artikel geschrieben die vielen Plugins und Themes, eben der Code von Drittanbietern, mit die größte Schwachstelle. Trotzdem immer noch das beste CMS!

      1. Das stimmt, das ist wiederum der Vorteil der großen Community!
        Bleiben aber noch die Plugins und Themes, die Schwachstellen beinhalten können. Da kommt es auf die Aktivität der Entwickler an, ob diese die Schwachstellen zeitig beheben und ob das überhaupt geschieht. Wie du schon geschrieben hast: Am besten ist es möglichst wenig Plugins zu installieren.

  2. Das größte Problem ist imho, dass neue Nutzer, die auch einfach noch nicht so viel wissen können, die Eigenschaft kostenlos mit „muss man sich nicht drum kümmern“ gleichsetzen, “ es geht alles von selbst“ ist als Erwartung einfach unrealistisch. Denn der Zeitaufwand, um das System zu beherrschen (Codeoptimierung, Sicherheit, Caching & Struktur als Beispiele) ist natürlich vorhanden und insofern geht es ohne eine Investition in Engagement (und damit oft auch Arbeitzeit = Geld) eben nicht. Ansonsten räumst Du mit einigen wirklich nicht kaputt zu kriegenden Vor-Urteilen gut auf.

  3. Hallo Jonas,
    vielen Dank für diesen Blogpost, den ich gerne eben las. Also ich kann es so unterschreiben und mit WordPress arbeite ich nun wirklich schon seit vielen vielen Jahren. Es hat sich zu einem sehr guten und ausgereiften OpenSource CMS-System entwickelt und ich kann ja auch nicht mehr meckern.

    Je nach Server und gutes oder schlechtes Webhosting(einfacher Webspace) lädt WP auch unterschiedlich schnell und ich habe da ein bisschen vorgesorgt, indem ich mich für ein sehr gutes und schnelles Webhosting mit einem Managed Server entschieden habe. Ich will auch stets gewährleisten, dass meine Webseiten und Blogs erstens immer schnell laden und einfach rund um die Uhr erreichbar sind.

    WordPress ist OpenSource, das ist richtig und ich setze auch noch auf etliche Free Plugins sowie das neue Standard Theme TwentySixteen, was meinen Anforderungen entsprochen kann. Du musst ja nicht unbedingt gleich ein Premium Theme käuflich erwerben. Ich finde, es gibt genug WP-Designs, die auch ein professionelles Blog machen können. Einfach etwas länger im Theme-Verzeichnis oder in Google suchen 🙂

    Übrigens ist heute mein Kommentier-Sonntag und ich spendiere dir gerne eine tolle Verlinkung aus meinem Hauptblog Internetblogger.de im späteren zusammengefassten Blogpost von heute.

  4. Hi Jonas,

    gerade auf deinen Post gestoßen und mit Interesse gelesen. Wir stoßen ja immer wieder auf Mythen in dem Bereich (mein beliebtester ist die „Übersiedlung von wordpress.com zu wordpress.org). Aber zum letzten Punkt habe ich im Februar einen langen Post auf meinem Blog geschrieben.
    Denn alle glauben immer, weil die Software gratis ist, kostet auch der ganze Rest nichts. Aber einen Blog/WordPress-Seite zu besitzen ist halt wirklich nicht kostenlos.

    Clemens

    1. Hey Clemens,

      welchen Mythos bezüglich der Umsiedlung hast du oft gehört? Dass es super einfach sei? 🙂

      Richtig, das ist leider eine häufige Annahme, aber gemeinsam kommen wir gegen das gefährliche Halbwissen an! 🙂

      Grüße
      Jonas

  5. Schöner Artikel. Ich als WordPress Benutzer vom nichtselbstgehosteten Service verstehe nur Bahnhof. Wäre schön, wenn ich das alles mal halbwegs verstünde, um evtl zu wechseln!

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