WordPress Redirect – Einrichtung einer 301-Weiterleitung in WordPress

Jonas Tietgen

Eine 301-Weiterleitung benötigst du in WordPress, wenn beispielsweise ein Artikel oder natürlich auch eine Seite von dir nicht mehr existiert oder neuerdings unter einer anderen URL erreichbar ist.

Durch diese 301-Weiterleitung sorgst du dafür, dass der Nutzer beim Eingeben der URL oder Klicken auf den Link zu dem umgezogenen Artikel, auf eine von dir gewählte Seite weitergeleitet wird. Normalerweise leitet man natürlich auf die neue URL des Artikels weiter.

Tust du das nicht, landet der Nutzer auf einer Fehlerseite.

Aber auch andere Situationen können eintreten, in denen ein 301 Redirect eingerichtet werden sollte. Beispielsweise bei einem permanenten Umzug einer Webseite auf eine neue Domain, beim Ändern der Struktur, oder auch bei der Umstellung einer Website auf die SSL-Verschlüsselung.

Was ist eine 301-Weiterleitung?

Wenn du in deinem Browser eine Website aufrufst, schickst du eine Anfrage an den Server, auf dem die Seite liegt. Der Server antwortet deinem Browser normalerweise, indem er die Seite ausliefert. Wenn aber für diese Website eine 301-Weiterleitung eingerichtet wurde, antwortet der Server dem Browser mit dem Status “301 permanently moved” (dauerhaft verschoben) und leitet auf die hinterlegte, neue Seite weiter.

Um es in alltäglichen Worten noch einmal zu sagen:

Eine 301-Weiterleitung ist ähnlich wie ein Nachsendeantrag für die empfangene Post. Briefe, die an die alte Wohnadresse geschickt wurden, werden weitergeleitet an die aktuelle, neue Wohnadresse.

Davon bekommst du selbst nichts mit, du wirst lediglich die Änderung der Seitenadresse in der Adresszeile des Nutzers sehen und auf der neuen Seite landen.

Warum eine 301-Weiterleitung so wichtig ist

Für Suchmaschinen und Besucher einer Webseite ist es gleichermaßen von wesentlicher Bedeutung, dass bei einer URL-Änderung eine 301-Weiterleitung angelegt wird.

Aus Nutzersicht ist es natürlich immer von Vorteil, wenn man mithilfe der Weiterleitung direkt zu der gewünschten Seite weitergeleitet wird, anstatt eine Fehlermeldung zu sehen. Wenn du nun eine Seite oder einen Artikel gelöscht hast, solltest du den Nutzer auf eine sinnvolle Ersatzseite umleiten. Beispielsweise kann das eine Kategorieseite mit Artikeln zum gleichen Thema sein oder im Notfall auch immer die Startseite.

Aus der Sicht von Google & Co ist die Weiterleitung zwingen nötig, damit klar ist, wohin eine Seite umgezogen ist. Wenn einer deiner Artikel eine gute Position in Google hat, aber nach einer URL-Änderung keine 301-Weiterleitung angelegt wurde, ist das schlecht. Google weiß nicht, dass dein Artikel nur umgezogen und nicht komplett gelöscht ist, wodurch der Artikel mit der ursprünglichen URL aus den Suchergebnissen gelöscht wird.

Bis der Artikel mit der neuen URL ähnlich gute Platzierungen erreicht, kann es einige Zeit dauern. Deshalb lege für solche Fälle in WordPress Weiterleitungen an!

Eine Weiterleitung erstellen mit .htaccess

Die Einrichtung einer 301-Weiterleitung mittels .htaccess ist gar nicht so schwer. Allerdings ist es immer wichtig, die Datei vorher als Backup zu sichern. Denn selbst ein kleiner Fehler im Code löst bereits unangenehme Komplikationen aus und kann dafür sorgen, dass die Website nicht mehr angezeigt wird.

Möchtest du eine Weiterleitung in die .htaccess einfügen, loggst du dich via FTP auf deinem Webserver ein und öffnest die .htaccess Datei im Hauptverzeichnis der WordPress-Installation. Oftmals ist sie ausgeblendet und muss erst über die Optionen des FTP Programms oder über den Menüpunkt “Darstellung” bei “versteckte Dateien anzeigen” eingeblendet werden.

Im folgenden Beispiel wurde ein bestehender Artikel mit der URL /artikel-alt umbenannt in “artikel-neu“ und es soll nun eine entsprechende 301-Weiterleitung eingerichtet werden.

Der in die .htaccess einzufügende Code sieht folgendermaßen aus:

redirect /beitrag-alt https://deinedomain.de/beitrag-neu

Mit “redirect“ wird mitgeteilt, dass eine Weiterleitung stattfinden soll. Dann wird die bisherige URL angegeben (die weitergeleitet werden soll) und anschließend die neue URL (das Ziel nach der Weiterleitung).

Der Nutzer wird beim Aufruf des Artikels “domain.de/beitrag-alt” nun also weitergeleitet auf “domain.de/beitrag-neu.

Um es also nochmal neutral zu zeigen:

redirect /url-alte-seite https://deinedomain.de/url-neue-seite

Eine komplette Domain weiterleiten

Du musst natürlich nach dem Umzug auf eine neue Domain nicht jede Unterseite einzeln weiterleiten, dafür gibt es einen globalen Befehl. Dadurch werden also alle Aufrufe von Unterseiten automatisch auf die neue Domain weitergeleitet. Selbstverständlich müssen dafür die URLs gleich bleiben!

Ersetze in diesem Beispiel “altedomain.de” und “http://www.neuedomain.de/” einfach mit deinen entsprechenden Domains!

RewriteEngine On
RewriteBase /
RewriteCond %{HTTP_HOST} !altedomain.de$ [NC]
RewriteRule ^(.*)$ http://www.neuedomain.de/$1 [L,R=301]

301-Weiterleitungen mit einem WordPress Plugin

Bevor du ein neues Plugin installierst, prüfe ob dein SEO-Plugin dir die Möglichkeit bietet, Weiterleitungen einzurichten. Das RankMath Plugin beispielsweise hat diese Möglichkeit in der kostenlosen Version mit an Board, wodurch du kein weiteres Plugin benötigst.

Möchtest du nicht in der .htaccess Datei herumdoktern, kannst du mit dem kostenlosen Plugin “Simple 301 Redirects“ arbeiten. Es ist hervorragend dafür geeignet, in WordPress übersichtlich und schnell 301-Weiterleitungen einzurichten.

Nach Installation und Aktivierung ist das Plugin unter “Einstellungen” → “301 Redirects“ aufzufinden. Es bietet eine überschaubare Tabelle aus zwei Spalten mit den Titeln “Request” und “Destination“. Bei “Request” ist die alte URL einzutragen, “Destination” ist das Feld für die neue URL.

WordPress Weiterleitungen mit Simple 301 Redirects
So sieht das Plugin “Simple 301 Redirects” aus. Das ist wirklich simpel!

Nach jeder ausgefüllten Zeile entstehen weitere, sodass beliebig viele Weiterleitungen angelegt werden können.

Die URLs bei “Request” müssen relativ angegeben werden, nicht absolut. Das bedeutet also, dass /artikel oder /seite eingetragen werden muss, nicht https://wp-ninjas.de/artikel!

Egal ob du deine 301-Weiterleitungen mit einem Plugin anlegst oder über die .htaccess, prüfe nach deinen Änderungen, ob die Weiterleitungen auch richtig funktionieren!

Hast du schon mit 301-Weiterleitungen gearbeitet? Nutzt du dafür lieber ein Plugin oder die .htaccess? Hinterlasse doch eine Antwort in den Kommentaren.


Jonas Tietgen

Dein WordPress Ninja mit 10+ Jahren Erfahrung, Gründer von WP Ninjas und SEO Nerd.

Jonas hilft Solopreneuren, ihre WordPress Websites selber überarbeiten, pflegen und optimieren zu können.

Schon seit er 14 ist, baut er Websites mit WordPress und arbeitet Jahren täglich mit WordPress. Dadurch hat er Erfahrung mit so ziemlich jedem Theme und Plugin, kennt WordPress auswendig und toppt das Ganze mit einer Liebe zu Webdesign (inklusive Webdesign-Studium) und SEO.

In über 120 Tutorials stellt er dir in seinem Blog sein gesamtes Wissen zur Verfügung, erweitert dein SEO-Wissen in seinem Search Effect Podcast und unterstützt dich in Coachings und über seinen beliebten Mitgliederbereich.

Abseits von WordPress nerdet Jonas gerne über Gesundheit ab, macht viel Krafttraining und weiteren Sport und baut immer wieder spannende Website-Projekte wie das HomeGym-HQ auf.


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