9 Schritte, die das WordPress Aufräumen einfach machen

Von Jonas Tietgen in WordPress Grundlagen

„WordPress aufräumen ist bei mir ein größeres Vorhaben, das schaffe ich nicht in einer Stunde…“

Das hat mir letztens ein Mitglied meines Mitgliederbereichs im Co-Working gesagt und sie hatte absolut Recht.

Das WordPress Backend zum ersten Mal aufzuräumen kann eine aufwändige Arbeit sein, doch sie lohnt sich!

Ein aufgeräumtes WordPress bringt viele Vorteile:

  • mehr Übersichtlichkeit
  • geringerer Speicherplatzverbrauch
  • bessere Struktur
  • einfacheres Arbeiten
  • höhere Sicherheit
  • verbesserte Nutzererfahrung

Du kannst dich beim Ausmisten & Aufräumen an den in diesem Artikel vorgestellten neun Schritten orientieren.

Wie häufig du WordPress aufräumen solltest

Um den Großputz im WordPress Backend zukünftig eher zum Kleinputz zu machen, solltest du ihn regelmäßig durchführen.

Die Häufigkeit richtet sich hier nach der Häufigkeit deiner Arbeit mit WordPress:

Je häufiger du schreibst, änderst und bearbeitest, desto häufiger solltest du aufräumen.

Ich würde dir zum Start empfehlen, dich in einem Intervall von 3-6 Monaten darum zu kümmern. Du wirst dann merken, ob es etwas zu tun gibt und du häufiger aufräumen solltest, oder ob du die Abstände vergrößern kannst.

BACKUP ANLEGEN
Lege auf jedem Fall vor dem Start deiner Aufräumaktion ein Backup der Website an. Man weiß nie, ob man nicht aus Versehen etwas löscht, das noch benötigt wird!

1. Unnötige Themes löschen

Du denkst jetzt sicher, du brauchst eigentlich ja nur ein Theme und grundsätzlich hast du auch Recht.

Trotzdem würde ich dir empfehlen, mindestens noch ein zweites Theme plus dein möglicherweise genutztes Child-Theme zu haben.

Wenn du ein Child-Theme nutzt, greift dieses ja auf die Dateien des Main-Themes zu. Darum benötigst du beide.

Zusätzlich sollte bei dir noch eines der Standardthemes von WordPress (beispielsweise TwentyTwenty) liegen, damit man im Notfall bei Problemen auf dieses Theme wechseln könnte.

Alle anderen Themes können weg, denn sie sorgen nur für überflüssigen Ballast, Unübersichtlichkeit und potenzielle Angriffsfläche.

🤓 Lösche alle Themes bis auf dein Child-Theme (wenn genutzt), das aktuell genutzte Main-Theme und eines der WordPress Standard-Themes (für Notfälle).

2. Unbenutzte Plugins aussortieren

Hier verhält es sich ähnlich wie bei den Themes:

Alle nicht genutzten Plugins sorgen nur für mehr Unübersichtlichkeit, potenzielle Angriffsfläche und natürlich auch für mehr Arbeit (durch die notwendigen Updates).

Und wenn wir WordPress aufräumen, wollen wir schließlich so viel Ballast wie möglich loswerden!

Sortiere deine Plugins in zwei Schritten aus:

Prüfe, ob alle Plugins benötigt werden

Schaue deine Pluginliste in Ruhe durch und untersuche bei jedem einzelnen Plugin, welchen Zweck es erfüllt. Wenn du aus dem kurzen Text in der Pluginübersicht nicht schlau wirst, gib den Pluginnamen einfach in Google ein und schaue dir alle Informationen im WordPress Pluginverzeichnis an.

Ziel ist es, dass du für jede Funktion und jeden Zweck immer nur ein Plugin nutzt. Mehrere Plugins für den selben Zweck zu haben, ist schlecht!

Wenn du Plugins findest, bei denen du denkst, dass sie überflüssig sind, deaktiviere sie.

Halte ebenso Ausschau nach Plugins, die du früher mal benötigt hast, nun aber nicht mehr und deaktiviere diese ebenfalls.

Anschließend prüfst du deine Website an den Stellen, an denen die Funktion des Plugins möglicherweise aktiv gewesen sein könnte. Beispielsweise prüfst du einen Beitrag mit einer Bildergalerie, wenn du ein möglicherweise überflüssiges Galerie-Plugin löscht.

Lösche alle deaktivierten Plugins

In diesem zweiten Schritt löscht du nun alle deaktivierten Plugins.

Auch wenn viele denken, dass deaktivierte Plugins keinerlei Problem darstellen, ist diese Annahme falsch.

Deaktivierte Plugins machen deine Pluginübersicht unübersichtlicher, nehmen Speicherplatz weg, setzen sich in deine Datenbank und bieten möglicherweise Tür und Tor für Angreifer.

🤓 Prüfe zunächst, ob du alle Plugins noch benötigst. Achte darauf, ob du mehrere Plugins für den gleichen Zweck hast und Plugins, die du früher benötigt hast. Lösche anschließend alle Plugins, die deaktiviert sind.

3. Seiten & Beiträge aussortieren

Vielleicht geht es ja nur mir so, aber nach einigen Monaten Arbeit an meiner WordPress Website, liegen eine Menge ungenutzter Seiten- und Beitragsentwürfe rum.

Seiten aussortieren beim WordPress Aufräumen
In so einem Fall kann meistens einiges weggeworfen werden!

Von den ganzen Seiten, die früher mal online waren und es jetzt nicht mehr sind, mal ganz zu schweigen 😉

Wenn es dir auch so geht, dann ist dieser Schritt für dich!

Weg mit den Entwürfen

Rufe deine Seiten- und Beitragsübersichten auf. Schaue nun zunächst, ob du alle Entwürfe noch benötigst, oder ob hier welche weg können. Wenn du nur deine Entwürfe angezeigt bekommen möchtest, klicke links oberhalb der Tabelle auf „Entwürfe“.

Hast du hier Entwürfe, die du nur wegen des Textes aufbewahrst, kopiere dir diese lieber in ein Pages-, Word- oder irgendein anderes Dokument und lösche den Entwurf.

Dadurch wirst du zukünftig deutlich schneller zu den Seiten und Beiträgen finden, die du suchst.

Weg mit veralteten Seiten

Insbesondere bei den Seiten finden sich häufig alte Landingpages oder frühere Versionen gewisser Seiten.

Gehe also nun auch alle veröffentlichten Seiten durch und prüfe, ob du sie tatsächlich noch benötigst oder ob sie einfach ein Überbleibsel vergangener Zeiten sind.

Wenn du eine Seite (oder auch einen Beitrag) löschst, die online war, solltest du für die URL dieser Seite eine Weiterleitung auf eine zukünftig erreichbare Seite erstellen. Wie das geht, erfährst du hier.

🤓 Wirf nicht mehr benötigte Entwürfe aus deinen Seiten und Beiträgen raus und prüfe anschließend, ob alle veröffentlichten Seiten noch benötigt werden oder ob du veraltete Seiten löschen kannst (wenn ja, lege eine Weiterleitung der URL an).

4. Schlagwörter & Kategorien aussortieren

Bei Schlagwörtern und Kategorien wuchert es häufig noch mehr, als bei Seiten und Beiträgen.

Schnell ist eine neue Kategorie eingegeben, ein neues Schlagwort hinterlegt und nach einiger Zeit hat man eine Menge Karteileichen rumliegen, denen entweder nur einer oder gar kein Beitrag zugewiesen sind.

Schaue unter „Beiträge“ -> „Kategorien“ und „Schlagwörter“ durch, ob du hier etwas liegen hast, das du gar nicht mehr benötigst.

WordPress unterstützt dich dabei sogar und zeigt dir in der ganz rechten Spalte an, wie viele Beiträge der Kategorie bzw. dem Schlagwort zugewiesen sind:

WordPress aufräumen, Kategorien aussortieren mit der Anzahl Spalte
WordPress zeigt dir, wie viele Beiträge einer Kategorie / einem Schlagwort zugewiesen sind

🤓 Lösche unbenutzte und unnötige Kategorien und Schlagwörter. Nutze hierbei die von WordPress angezeigte Anzahl der zugewiesenen Beiträge.

So einfach ist WordPress!

Wenn du gerne bei deiner regelmäßigen Arbeit mit WordPress Unterstützung hättest, würde ich dir gerne meinen WordPress Mitgliederbereich kurz vorstellen.

Dort bekommst du durchgehende Antworten auf alle deine Fragen, direkt durch mich!

Zudem finden jeden Monat Webinare zu gewissen Fokusthemen und Co-Workings statt, in denen du den ganzen Tag live mit mir in Verbindung bist, um deine Fragen zu WordPress sofort beantwortet zu bekommen.
Viele Mitglieder nutzen diesen Co-Working Tag mittlerweile, um sämtliche anfallenden WordPress Arbeiten zu erledigen 🙂

Die Mitgliedschaft kostet nur 67€ netto monatlich und es gibt selbstverständlich keine Mindestlaufzeit, es kann jederzeit gekündigt werden!

Wenn das für dich interessant klingt, klicke hier und erfahre mehr!

5. Lösche unnötige WordPress & FTP Benutzer

Hier für einen Dienstleister Zugänge anlegen, dort für den Support einen neuen Benutzer erstellen…

Zack, schon ist alles voll mit Benutzern!

Na gut, so schlimm ist es vermutlich nicht, allerdings ist jeder WordPress Benutzer und auch jeder FTP Zugang ein potenzielles Einfalltor.

Schaue also auf jeden Fall unter „Benutzer“, ob hier nicht mehr benötigte Zugänge liegen und lösche sie.

Logge dich zudem auch mal bei deinem Hoster ein und schaue unter „FTP“ (oder ähnlichem), ob hier abgesehen von dem Hauptaccount den du (vermutlich) nutzt, noch weitere Zugänge angelegt sind. Wenn diese nicht mehr benötigt werden, lösche sie!

🤓 Lösche nicht mehr benötigte WordPress Benutzer und prüfe, ob bei deinem Hoster FTP Zugänge angelegt sind, die nicht mehr genutzt werden.

6. Spam-Kommentare löschen

Wann hast du das letzte Mal die Spam-Kommentare gelöscht?

Bei der Nutzung eines Plugins wie „Antispam Bee“ werden die meisten Spam-Kommentare souverän und automatisch aussortiert, ohne dass du es mitbekommst.

Allerdings werden sie (je nach Einstellung) meistens nicht sofort gelöscht, sondern in die Kommentar-Kategorie „Spam“ verschoben. Wenn du einiges an Traffic auf deinen Artikel hast, wird sich das schnell summieren…

Bei mir sieht es aktuell beim Schreiben dieses Artikels so aus:

WordPress Spam Kommentare löschen
Automatisch in „Spam“ sortierte Kommentare können (meistens) alle weg.

Navigiere unter „Kommentare“ -> „Spam“ und scrolle einmal grob über die hier aufgeführten Kommentare. Meistens gibt es nur sehr wenige falsch positive, also nicht Spam Kommentare, die hier aufgelistet werden.

Wenn du keine falsch positiven Spam-Kommentare erkennen kannst, lösche die Spam Kommentare.

Wenn es ähnlich viele sind, wie bei mir, klicke erst einmal ganz oben rechts auf „Ansicht anpassen“. Hier kannst du nun bei „Einträge pro Seite“ die Zahl nach oben setzen, beispielsweise auf 500. Somit hast du mehr Kommentare auf der Seite angezeigt und kannst sie über die „alle markieren“ Funktion (klicke einfach die Checkbox in der ersten Spalte und ersten Zeile der Tabelle an) auswählen.

Anschließend wählst du bei „Mehrfachaktion“ über der Tabelle „In den Papierkorb verschieben“ und bestätigst mit einem Klick auf „Übernehmen“.

🤓 Navigiere unter „Kommentare“ -> „Spam“ und prüfe stichprobenartig, ob es falsch positive Meldungen gibt. Wenn du sie aussortiert hast oder keine findest, markiere alle und lösche sie.

7. Ungenutzte Bilder löschen

So, nun kommen wir zu einem etwas unübersichtlicheren Thema.

Naja, das Thema ist übersichtlich, aber deine Mediathek vermutlich nicht 😉

Und genau hier wollen wir jetzt mal aufräumen, denn in jeder WordPress Mediathek liegen ungenutzte Bilder und Dateien.

Schritt eins ist, zunächst einmal manuell die Mediathek durchzuschauen. Möglicherweise erinnerst du dich ja daran, ob du gewisse Dateien und Bilder überhaupt im Einsatz hast, oder nicht (mehr).

Wenn du von dieser Sorte Dateien und Bilder findest, lösche sie aus deiner Mediathek!

Im Anschluss kannst du auch mit dem kostenlosen Plugin „Media Cleaner“ installieren nochmal durch deine Mediathek putzen.

Es hilft dir, unbenutzte Medien zu finden und listet diese auf. Allerdings ist es lange nicht unfehlbar und zeigt auch gerne mal Bilder an, die beispielsweise in PageBuildern genutzt werden. Gehe darum die Auflistung des Plugins auf jeden Fall manuell durch und sortiere mit Vorsicht aus (und lege natürlich auch hiervor ein Backup an, wenn du das nicht ohnehin schon gemacht hast).

Beuge einer unsortierten Mediathek vor

Um zukünftig gar nicht erst in die Situation einer vollgemüllten Mediathek zu kommen, empfehle ich dir zwei Dinge:

Lösche Bilder, welche du ersetzt oder die in Seiten / Beiträgen sind, die du löscht, sofort an Ort und Stelle. Mache das bevor du vergisst, dass die Bilder nicht mehr genutzt werde.

Um grundsätzlich mehr Übersicht in deiner Mediathek zu haben, kann ich dir das Plugin „Real Media Library*“ empfehlen. Mit diesem Plugin kannst du deine Mediathek in Ordnern sortieren, ganz wie du es auf deinem Computer auch machst.

Screenshot von Real Media Library im Einsatz
Mit dem Plugin „Real Media Library*“ kannst du deine Medien in Ordnern sortieren

Ich nutze es selber und bin ein großer Fan!

🤓 Lösche ungenutzte Bilder aus deiner Mediathek. Dabei kann dir das Plugin „Media Cleaner“ helfen. Halte deine Mediathek zukünftig sauber und übersichtlich, indem du deine Medien mit „Real Media Library*“ in Ordnern sortierst.

8. Sichere & überprüfe deine Backups

Als smarter WordPress Ninja legst du ja sicherlich regelmäßig Backups deiner Website an, davon gehe ich einfach mal aus.

(Wenn nicht, zack zack, es wird Zeit. Hier ist eine Anleitung für WordPress Backups)

Um sicher zu gehen, dass du im Notfall auch wirklich eine Sicherung deiner Website parat hast, solltest du regelmäßig eines der Backups auf deinem Rechner oder einer externen Festplatte speichern. Wenn ein Eindringling an deine Dateien kommt, könnten auch die auf dem Server gespeicherten Backups weg sein.

Ich empfehle dir also, ein aktuelles Backup noch an einem weiteren Ort zu speichern. Dein Rechner, eine externe Festplatte, ein Online-Speicher (Dropbox etc.) und zudem, die Backups auch zu überprüfen.

Natürlich könntest du eines der Backups zur Prüfung mal auf einer Testdomain oder lokal installieren, allerdings ist das ein ziemlicher Aufwand.

Was du aber auf jeden Fall schnell machen kannst, ist die Prüfung, ob alle wichtigen Dateien gesichert sind. Der wichtigste Teil deiner WordPress Website ist die Datenbank. Hier liegen alle Einstellungen, Texte und wichtigen Parameter.

Du solltest also auf jeden Fall ein Backup deiner Datenbank haben. Meistens ist das im .sql oder .gz Format gespeichert.

Zudem sind deine Bilder sehr wichtig, weshalb du ein Backup des „uploads“ Ordners haben solltest.

Alles weitere, wie die Plugins und Themes sind natürlich auch wichtig, könnten im Fall der Fälle aber auch einfach neu heruntergeladen und installiert werden.

🤓 Sichere ein aktuelles Backup auf deinem Rechner oder einem Online-Speicher. Prüfe, ob das Backup deine gesamte Website enthält. Lege hier Fokus auf die Datenbank und den „uploads“ Ordner, da diese extrem wichtig sind.

9. Links prüfen, korrigieren & löschen

Links, die den Nutzer ins Leere bzw. auf Fehlerseiten führen, mag Google gar nicht (der Seitenbesucher natürlich ebenfalls nicht). Darum solltest du davon am besten keinen einzigen auf deiner Website haben.

Die Menge an internen und externen Links auf deiner Website macht es vermutlich zu einer Mammutaufgabe, alle zu überprüfen.

Darum gibt es für genau diesen Zweck das kostenlose Plugin „Broken Link Checker„.

Nach der Aktivierung durchsucht das Plugin deine gesamte Website nach Links und überprüft, ob sie alle funktionieren (also ob deren Ziele erreichbar sind).

Unter „Werkzeuge“ -> „Fehlerhafte Links“ findest du dann all die fehlerhaften Links aufgelistet. Dir wird angezeigt, wo diese Links eingebaut sind, was der Fehler ist und du kannst sie von hier aus auch direkt bearbeiten oder löschen.

Deaktiviere das Plugin aber auf jeden Fall wieder, wenn alle Links einmal geprüft wurden. Da es einiges an Ressourcen frisst, empfehle ich dir, es immer nur zum Aufräumen zu aktivieren!

🤓 Prüfe mit dem Broken Link Checker deine internen und externen Links. Fehlerhafte Links kannst du bearbeiten oder löschen. Deaktiviere den Broken Link Checker nach der Aufräumaktion wieder, da er viele Ressourcen frisst.

Wie oft räumst du deine WordPress Website(s) auf?
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  1. Danke für die Auflistung.
    Aus meiner Sicht hast Du noch etwas vergessen: Die Revisionen! Ich sehe oftmals viele Revisionen bei Beiträgen und Seiten…teilweise sind die ja automatisch erzeugt. Selbst räume ich eben auch die Datenbank per WP Optimize (gibt sicher noch andere Plugins) auf.

    1. Moin Bianca,

      ich hatte auch überlegt, die noch mit rein zu nehmen… Allerdings haben die einen so minimalen Einfluss auf die Performance, dass man es gar nicht messen kann 😀

      Grüße
      Jonas

  2. Ein toller Beitrag! Sehr hilfreich. Ich suche schon lange nach einer Möglichkeit meine Mediathek zu sortieren. Danke auch für die Beschteibung zum Backup.😘

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