Der Editor in WordPress ist der Bereich, in dem man sich wohl die meiste Zeit aufhält. Egal ob es der visuelle Editor ist oder der Texteditor, beide haben sich schon seit langem nicht verändert.

Daran wird sich vorerst auch nichts ändern, allerdings bekommen die beiden Editoren Zuwachs!

Der WordPress Gutenberg Editor steht in den Startlöchern und wird in Seiten und Beiträgen zukünftig als Editor zur Verfügung stehen. Er ist die logische Weiterentwicklung der Editoren und wird viel Gutes mit sich bringen!

Allerdings ist so ein neuer Editor natürlich auch immer eine Umstellung und viele fragen sich, ob sie davor Angst haben müssen und was eigentlich auf sie zukommt.

Soviel schonmal vorweg:

Angst brauchst du vor dem Gutenberg Editor nicht zu haben!

Was ist der Gutenberg Editor und wann kommt er?

Der Gutenberg Editor wird ein komplett neuer Editor, mit dem du ab der WordPress Version 5.0 deine Seiten und Beiträge bearbeiten kannst.

„Kannst“ ist hierbei das richtige und wichtige Stichwort, denn du musst ihn nicht von Beginn an nutzen. Er wird vorerst als Alternative zu dem bisherigen Editor laufen und keine Sorge, auch deine mit einem PageBuilder wie Divi, WP Bakery Composer und so weiter, erstellten Seiten werden weiterhin mit diesen PageBuildern funktionieren.

So sieht der WordPress Gutenberg Editor aus

So sieht der Gutenberg Editor aktuell aus, wenn eine neue Seite oder ein neuer Beitrag erstellt wird.

Als modularer Editor wird Gutenberg ähnlich sein zu diesen PageBuildern, allerdings deutlich schneller und mit (zumindest du Beginn) nicht so vielen Blocks / Elementen.

Als Veröffentlichungsdatum wird kein genauer Zeitpunkt genannt. Bekannt ist, dass der Gutenberg Editor ab dem Major Update auf WordPress 5.0 integriert sein wird. In der WordPress Roadmap ist 2018 als Veröffentlichungsjahr angegeben, genauere Daten gibt es aktuell noch nicht.

Schaut man aber in den Development Cycle, steht die Version noch eher am Anfang und es ist noch keine Beta erschienen. Meine persönliche Einschätzung lautet daher, dass WordPress 5.0 und der darin integriert Gutenberg Editor eher für Q3 oder Q4 diesen Jahres erwartet werden können.

Der WordPress Gutenberg Editor im Video

So bedienst du den Gutenberg Editor

Das Prinzip beruht auf modularen Blocks, die du zur Strukturierung und dem Einbauen von Inhalten nutzen kannst. Diese Blocks können beispielsweise Tabellen, Medien, Spalten und weiteres enthalten.

Die klassischen Einstellungen zu Seiten und Beiträgen findest du nach wie vor in der rechten Sidebar unter dem Reiter „Dokument“.

Grundlegende Bedienung

Zum Einfügen von Inhalten oder der Strukturierung der Seite kannst du aus verschiedenen, vorgegeben Modulen wählen. Dafür gibt es oben links im Editor ein „Plus-„Icon, über das du auf die Blockübersicht kommst.

Blocks im Gutenberg Editor einfügen

So fügst du einen neuen Block in deine Seite / deinen Beitrag ein.

Klickst du einen Block an, wird er in deinen Editor eingefügt. Anschließend kannst du diesen Block direkt im Editor bearbeiten und bekommst zusätzlich weitere Einstellungsmöglichkeiten in der Sidebar auf der rechten Seite.

In dieser Sidebar findest du eine kurze Übersicht und Erklärung des jeweiligen Blocks und zudem, je nach Block, verschiedene Einstellungsmöglichkeiten wie beispielsweise die Hintergrund- und Textfarbe eines Buttons.

WordPress Gutenberg Editor Bedienung der Sidebar

In der Sidebar findest du weitere Einstellungsmöglichkeiten.

Du kannst mit dem „Columns“-Block ganz einfach eine mehrspaltige Struktur erstellen, um mehrere Blocks nebeneinander anzeigen zu lassen. Somit kann endlich mit Bordmitteln von WordPress ein mehrspaltiges Layout erstellt werden!

Mehrspaltige Layouts erstellen mit dem Gutenberg Editor

So erstellst du ganz einfach ein mehrspaltiges Layout.

Verfügbare Blocks

Hier ist eine Liste aller aktuell verfügbaren Blocks. Bis zur Veröffentlichung des WordPress Gutenberg Editors werden noch weitere hinzukommen.

Allgemeine Blocks

Audio
Erlaubt das Einbinden und Abspielen externer Audiodateien.

Cover Image
Ein großes, auffälliges Bild mit optional darüber liegendem Text.

Gallery
Einfache Darstellung mehrer Bilder in der gleichen Größe als Galerie.

Heading
Überschriften verschiedener Hierarchieebenen.

Image
Einfache Darstellung eines Bildes.

List
Eine entweder geordnete oder ungeordnete Auflistung.

Paragraph
Ein einzelner Textabschnitt.

Quote
Ein Zitat mit dessen Urheber.

Subhead
Der Untertitel einer Überschrift.

Video
Erlaubt das Einbinden und Abspielen externer Videodateien

Formatierung

Code
Stellt eingegebenen Code in Textform dar.

Classic
Der klassische, bisherige WordPress Editor in Block-Form.

Custom HTML
Erlaubt das Einfügen von HTML Code und bietet eine Vorschau.

Preformatted
Lässt dich Text einfügen, bei dem die Formatierung übernommen wird.

Pullquote
Eine weitere Möglichkeit zur Darstellung eines Zitats und dessen Urhebers.

Table
Eine Tabelle mit beliebig vielen Spalten und Zeilen.

Verse
Zur Darstellung von Lyrik.

Layout Blocks

Button
Ein Button mit anpassbarer Hintergrund- und Textfarbe.

Columns
Erlaubt die Darstellung eines Mehrspaltigen Layouts.

More
Ergänzt den Gutenberg Editor um den klassischen „Mehr Lesen“ Tag.

Separator
Eine einfache Linie als Trennung zwischen Seitensegmenten.

Text Columns
Mehrspaltiges Layout für pure Textabschnitte.

Vor- und Nachteile des Gutenberg Editors

Die von mir getestete Version des Gutenberg Editors ist eine Beta Version. Das bedeutet, dass sie sich noch in der Entwicklung befindet und bis zur Fertigstellung noch einiges passieren wird.

Wenn du den Gutenberg Editor auch testen möchtest, kannst du ihn dir als Plugin installieren.

Aber Achtung!

Der Editor läuft noch nicht rund und kann deutliche Probleme mit deiner Website verursachen! Installiere ihn nicht auf einer Live-Website!

Vorteile

  • Elemente wie Buttons, Spalten und weitere in WordPress integriert
  • Gestaltete Blocks können zur Wiederverwendung gespeichert werden
  • Warnung bei der Nutzung schlecht lesbarer Farbkombinationen
  • Es gibt ein internes Inhaltsverzeichnis im Editor, das aus Überschriften erstellt wird

Nachteile

  • Das Verschieben der Blöcke ist nicht sehr intuitiv
  • Blöcke können noch nicht ineinander gesetzt werden

Mein Gesamteindruck

Hammer!

Der Gutenberg Editor ist die logische Weiterentwicklung des bisherigen WordPress Editors. In Zeiten von PageBuildern wurde es nötig, dass ein solcher Editor als Bordmittel kommt. In meinem jetzigen Test der Beta-Version ist der Editor schon sehr umfangreich, minimalistisch und schnell.

Die kleinen Probleme und Bugs werden bis zur Veröffentlichung mit Sicherheit noch behoben werden und es steht auch noch einiges an weiteren Funktionen auf der Roadmap.

Da zur Einführung des Gutenberg Editors weiterhin auch der jetzige Editor verfügbar sein wird, ist die Umstellung keine große Sache.

Endlich kommen einfache aber wichtige Elemente wie Buttons oder Mehrspaltigkeit von Haus aus und müssen nicht mehr nachgerüstet werden!

 

Wie sieht es bei dir aus – Freust du dich auf den Gutenberg Editor?

Teilen macht Freude!

  • Simone

    Hallo Jonas,
    danke für den Einblick in den neuen Editor. Der erste Eindruck ist wirklich sehr gut. Ich bin gespannt auf die Umsetzung. Vielleicht kann ich dann auch meinen PageBuilder beerdigen. 😉
    Viele Grüße
    Simone

    • Jonas Tietgen

      Moin Simone,

      gerne doch 🙂
      Insbesondere zum Anfang hin wird der Gutenberg Editor einen PageBuilder nicht ersetzen, solange man keine sehr einfachen Seiten bauen möchte 🙂 Langfristig wäre das natürlich möglich und erstrebenswert!

      Grüße
      Jonas

  • Alex

    Ja, der erste Eindruck zeigt wohin sich der WordPress Editor bewegen wird, auch wenn die Beta Version in einem Live-Betrieb derzeit kaum zu verwenden ist. Ob er aber in absehbarer Zeit an gestandene PageBuilder wie Elementor oder Thrive Architect ran kommt wage ich mal zu bezweifeln. Habe ja auch einen umfangreichen Artikel zu Pagebuilder allgemein verfasst und aufgezeigt wie Vielfältig diese heute schon sind.

    Aber ansonsten ist es gut, dass WordPress den Editor ausbaut und in Richtung blockweise Gestaltung geht. Nur so kann man die derzeitigen Gestaltungswünsche der User erfüllen.

    • Jonas Tietgen

      Moin Alex,

      da stimme ich dir in jedem Punkt zu 🙂 Auch wenn ich dem Gutenberg Editor ein bisschen mehr zutraue in Hinsicht auf das langfristige Ersetzen der jetzigen PageBuilder als du 😉
      Ich denke, in einigen Jahren mausert er sich zum einzig nötigen PageBuilder, wir werden sehen!

      Grüße
      Jonas

  • Tim Ehling

    Ich begrüße die Entwicklung. Macht manch Plugins für Kunden dann unnötig und hält das System etwas schlanker.

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